Ortschaften rund um Leipzig im Mittelalter

Inhaltsverzeichnis

Dörfer und Ortschaften bei Leipzig vor 1190

Hinweis: Diese Aufstellung dient nur dem Hintergrund unseres Rollenspiels und stellt keine historisch umfassende Dokumentation dar.

Unmittelbare Nachbarschaft

Goluz (Gohlis)

n Leipzig

  • wahrscheinlich von westslawischen (sorbischen) Siedlern im 7. Jahrhundert angelegt
  • Gassendorf; Gewannflur
  • Frühere Namensformen waren Golitz, Goliz oder Golis
  • Im Zuge der deutschen Ost-Expansion ließen sich vermutlich um das Jahr 1000 flämische Siedler hier nieder
  • Aus dem Jahr 1317 stammt die älteste bekannte Urkunde, in der das Dorf anlässlich einer Landschenkung an das Zisterzienserinnenkloster St. Georg erwähnt wird
  • Gohlis gehörte zur Grundherrschaft des Ritterguts Gohlis, damit unterstand es juristisch dessen Patrimonialgerichtsbarkeit

Selderoysen (Sellerhausen)

ö Leipzig

  • von Sorben im 9. Jh. in den fruchtbaren Auen des Baches Rietzschke gegründet
  • nach 1136 Ansiedlung deutscher Bauern, die das einstige Rundlingsdorf in ein Doppel-Sackgassendorf umgestalteten
  • 1190:
    • gehört zur Herrschaft des Burgwards von Sthodericz
    • Dorfvogt: Eberhard
    • kirchlich von Leipzig aus betreut

Schtynsch (Stünz)

ö Leipzig

  • entstand im 9. Jahrhundert als sorbisches Runddorf
  • im 12. Jh. Ansiedlung deutscher Siedler
  • zum Rittergut Dölitz gehörend (16. Jh.)
  • 1190:

Rudeniz (Reudnitz)

ö Leipzig

  • vermutlich von slawischen Siedlern am westlichen Ufer der (Östlichen) Rietzschke angelegt
  • Gassendorf; Block- u. Streifenflur
  • Fischteich (anscheinend gemeinsam bewirtschaftet)
  • 1190:
    • 7 Gehöfte: 3 ältere und vier neuere
    • gehört zur Herrschaft des Burgwards von Sthodericz
    • Dorfvogt: Ludolf
    • kirchlich von Zschuukolosa aus betreut

Sthodericz (Stötteritz)

sö Leipzig

  • Stötteritz und, nördlich davon, Melschen entstanden im 8. Jh. während der altsorbischen Landnahme mit wohl je 2 bis 5 Bauernstellen als Rundlinge
  • Gutssiedlung mit Häuslerzeilen; Gutsblockflur mit Parzellen
  • Christianisierung vermutlich von Baalsdorf aus
  • keine bedeutende Zusiedlung deutscher Bauern nach Stötteritz, aber vermutlich deutschen Rittern dienstpflichtig > deutsche Wallanlage (Wasserburg, Herrenhof) am Nordrand des alten Ortskerns
  • 1190:
    • Burgward Berengar
    • Selderoysen, Schtynsch, Rudeniz und Heyda gehören zu seinem Herrschaftsbereich


Lusitz (Südvorstadt)

s Leipzig

  • altsorbisches Dorf, Besiedlung nach 600
  • Mühle dieses Dorfes übereignete 1241 Markgraf Heinrich von Meißen den Nonnen des Leipziger St.Georg-Klosters

Slisk (Schleußig)

sw Leipzig

  • "slisk" = "feucht, schlüpfrig" > "feuchter Ort [an der Weißen Elster]"
  • 7. Jh. während der altsorbischen Landnahme besiedelt > weilerartige Struktur
  • im 10. Jh. abgabenpflichtig
  • auf Grund der ungünstigen Bedingungen (starke Bodenvernässung, deshalb ungünstige Voraussetzungen für Ackerbau) kaum zu einer wie bei anderen altsorbischen Dörfern erfolgten Ansiedlung deutscher Bauern aus dem Altsiedelland
  • vermutlich stattdessen frühzeitig durch die Herren von Kleinzschocher der Ausbau zum Vorwerk mit Gutsblockflur
  • 1241: wird in die Rodel ein Überfallwehr, genannt Rodel- oder auch Ritterwehr, eingebaut, damit das vorhandene Wasser vollständig für den Mühlenbetrieb genutzt werden kann

Plochtewitz (Plagwitz)

w Leipzig

  • von slawischen Siedlern südlich des Abzweiges der Kleinen Luppe am West-Ufer der Weißen Elster angelegt
  • Landesherren waren seit dem 13. Jahrhundert die Bischöfe von Merseburg (bis 1562)
  • gehörte zur Grundherrschaft des Ritterguts Kleinzschocher (wie auch die Dörfer Kleinzschocher, Schleußig und Großmiltitz)
  • Gassendorf; Gewannflur

Lindinouwe (Lindenau)

w Leipzig

  • um das Jahr 1000 legten deutsche Einwanderer das Dorf am westlichen Ufer der Weißen Elster an
  • Kaiser Heinrich II. schenkte den an der Via Regia gelegenen Ort 1021 dem Bistum Merseburg
  • Doppelsackgassendorf, zu Gassengruppe erweitert; Gewannflur
  • 1182: Ritter Dietrich von Lindenau (Didericus de Lindinouve)
  • Dorfanger mit Teich

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In größerem Umkreis

Wideriz (Wiederitzsch)

n Leipzig

  • zwischen 1100 und 1200 entstand das germanische (Groß-)Wiederitzsch neben dem bisherigen slawischen "Wideriz"
  • Grundherrschaft: Rittergut Varin (Wahren)
  • Runddorf; Gewannflur

Udericz (Eutrizsch)

n Leipzig

  • altes slawisches Dorf; es bestand vor der deutschen Ostsiedlung
  • Doppelsackgassendorf; gewannähnliche Streifenflur
  • Dorfkirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut

Sehusen (Seehausen)

n Leipzig

  • um 1150 durch deutsche Siedler gegründet
  • anders als die slawischen Weiler entlang des Flüsschens Parthe wurde Seehausen auf einer gerodeten Fläche gegründet
  • Straßenangerdorf; Gewannflur
  • erste Kirche entstand im 13. Jahrhundert (romanische Chorturmkirche)

Moccouwe (Mockau)

n Leipzig

  • um etwa 1200 von Bauern im Zuge der Ostkolonisation als Straßendorf in den feuchten Partheauen errichtet
  • Stephanuskirche, die im 12. Jahrhundert als Wehrkirche erbaut wurde; romanischer Stil, Chorturmkirche
  • Dorf und Rittergut gehörten vor der Reformation je zur Hälfte dem Augustiner-Chorherrenstift St. Thomas in Leipzig und der Familie von Pflugk
  • Straßendorf; Gewannflur

Hohentichel (Hohen Thekla)

nö Leipzig

  • die Kirche Hohen Thekla wurde zwischen 900 und 1100 als romanische Saalkirche erbaut. Sie wurde auf einer Anhöhe zwischen Neutzsch und Cleuden errichtet, die früher Hohentichel, Hohentiegel oder Hohentechla genannt wurde
  • die in unmittelbarer Nähe befindlichen Orte Blesyn (Plösen), Cludene (Cleuden) und Nysch (Neutzsch) werden erst im 14. Jh. (um ca. 1330) erstmals erwähnt
  • Blesyn (Plösen):
    • am rechten Ufer der Parthe
    • im 14. Jh. unter der Gutsherrschaft des Ritterguts Plaußig (Ritter Johannes Porczik)
    • Gassendorf; Gewann- u. gewannähnliche Streifenflur
  • Cludene (Cleuden):
    • östlich von Plösen, links der Parthe
    • Gassendorf; Gewannflur
  • Nysch (Neutzsch):
    • im Südwesten von Plösen, am linken Ufer der Parthe
    • Gassendorf; Gewannflur

Pluzic (Plaußig)

nö Leipzig

  • Siedlungsgeschichte der Plaußiger Flur reicht nahezu 5.000 Jahre in die Vergangenheit zurück
  • Name der Siedlung geht auf slaw. pluskat ("plätschern") zurück
  • 1339 wurde der Ort zum Herrensitz des Caspar Plusk, 1490 ging er in den Besitz der Leipziger Patrizierfamilie Thümmel über
  • Gassendorf; Gewann- u. Gutsblockflur

Borintzi (Portitz)

nö Leipzig

  • wurde von westslawischen (sorbischen) Siedlern wahrscheinlich im 7. Jahrhundert angelegt
  • vermutlich um das Jahr 1000 ließen sich deutsche (sächsische) Siedler hier nieder
  • gehörte zur Grundherrschaft des Ritterguts Graßdorf (wie auch die Dörfer Graßdorf und Cradefeld)
  • Platzdorf; Gewannflur

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Sumervelt (Sommerfeld)

ö Leipzig

  • entstand im 12. Jahrhundert als Straßenangerdorf durch die Ansiedlung deutscher und niederländischer Bauern
  • Markgraf Dietrich der Bedrängte schenkte das Dorf am 24. April 1220 dem Nonnenkloster „Zum heiligen Kreuz“ in Meißen
  • 1391 für 200 Freiberger breite Groschen an das Thomaskloster zu Leipzig verkauft

Bansz/Villa Bansc (Panitzsch)

ö Leipzig

  • Villa Bansc bedeutet soviel wie "Dorf im Tal/in der Grube der Parthenaue" (bana = polnisch: "Tal", "Grube")
  • Kirche: um 1080 Holzpfostenbau einer kleinen Missionarskirche > 13. Jahrhundert (1200-1220) romanischer Bau
  • missionarischer Stützpunkt - Taufstein 10./11. Jh.
  • 1267 wird im Zusammenhang mit der Teilung des damaligen Friedeburger Besitzes erstmals erwähnt
  • Hoyer der Jüngere erweitert zunächst die bisher vorhandenen slawischen Weiler (Fischersiedlung)
  • 1269 verkaufte Hoyer der Jüngere von Friedeburg das Villa Bansc an den Bischof Friedrich von Merseburg > 1270 kam es auf Grund dieses Verkaufes zu zahlreichen Gewalttätigkeiten in den Besitzungen des Bistumes, die vom Markgrafen Dietrich geschürt wurden (1272 Streit beigelegt)
  • straßenangerähnliches Gassengruppendorf; Gewannflur
  • Gasthaus/Schenke „Blauer Engel“: letzte Raststätte vor Leipzig - nicht nur von Fuhrleuten, sondern auch von fremden Reisenden gern aufgesucht

Altena (Althen)

ö Leipzig

  • Besiedlung im 11. Jh. durch deutsche Siedler
  • erste urkundliche Erwähnung 1270
  • Straßenangerdorf; Gewannflur

Balduwinesdorp (Baalsdorf)

ö Leipzig

  • im 12. Jahrhundert von Siedlern aus Flandern gegründet
  • 1213: Markgraf Dietrich von Meißen eignete das Dorf dem Augustiner-Chorherrenstift St. Thomas in Leipzig zu
  • im 13. Jh. wurde um die bis dahin bestehende kleine Holzkirche eine massive Chorturmkirche erbaut

Herswelt (Hirschfeld)

ö Leipzig

  • entstand im 12. Jahrhundert im Zuge der Deutschen Ostsiedlung als Straßenangerdorf
  • ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts war Hirschfeld im Besitz des Leipziger Georgen-Nonnenklosters
  • im Osten Leipzigs etwa 11 Kilometer vom Leipziger Stadtzentrum entfernt. Die umgebenden Orte sind von Norden im Uhrzeigersinn Althen, Borsdorf, Zweenfurth, Wolfshain, Albrechtshain, Kleinpösna, Baalsdorf und Engelsdorf

Pessene (Kleinpösna)

ö Leipzig

  • aus einer altwendischen Siedlung hervorgegangen
  • Ortsname weist auf die Lage der Siedlung am wasserführenden Pösgraben hin
  • erstmals 1295 als Pessene im Urkundenbuch des Hochstifts Merseburg genannt
  • besaß bereits vor 1295 eine Kapelle
  • Straßenangerdorf; Gewannflur

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Zschuukolosa (Zuckelhausen)

sö Leipzig

  • entstand im 6./7. Jahrhundert in dem sorbisch besiedelten Gebiet als Rundangerdorf
  • wurde in der Deutschen Ostsiedlung von deutschen Zuwanderern besiedelt
  • 12. Jahrhundert: die noch heute erhaltene Kirche wurde als romanischer Saalbau errichtet
  • 1377 gelangte Zuckelhausen in den Besitz des Augustiner-Chorherrenstifts Leipzig (Thomaskloster)

Niwolkesthorp (Liebertwolkwitz)

sö Leipzig

  • vermutlich im 7. oder 8. Jahrhundert von Slawen gegründet
  • 1040: praedium in villa
  • Gassengruppendorf mit Sackgassenteil u. Marktplatz; Gewannflur

Heyda (Probstheida)

sö Leipzig

  • Gründung Ende des 12. Jahrhunderts durch fläm. Siedler als Straßenangerdorf auf gerodetem Boden
  • 1213 übergab Markgraf Dietrich von Meißen einen Teil des Gebiets sowie das 30 Hufen umfassende Dorf an das Leipziger Augustiner-Chorherrenstift, was später zu dem Zusatz Probst führte
  • breiter Anger, auf dem wegen der Wasserknappheit infolge der hohen Lage des Ortes Wasser in einigen Teichen gespeichert wurde
  • 1190:
    • gehört zur Herrschaft des Burgwards von Sthodericz

Olscuizi (Ölschwitz)

sö Leipzig

  • vermutlich eine sorbische Gründung in der Zeit der altsorbischen Landnahme ab dem 7. Jahrhundert
  • um 1000 wurde in Ölschwitz eine Kapelle errichtet > zum Sprengel der Ölschwitzer Kapelle dürften zunächst auch die benachbarten Dörfer Connewitz und Döbschitz gehört haben
  • 1372 wurde Ölschwitz letztmals erwähnt, und zwar als Wirtschaftshof des Augustiner-Chorherrenstifts St. Thomae in Leipzig
  • Ort fiel im 14. Jh. wüst - nur die Kapelle existierte weiter als Heilig-Kreuz-Kapelle > bekannter Wallfahrtsort (soll eine Reliquie vom Kreuz Jesu besessen haben)

Konenvicz (Connewitz)

s Leipzig

  • altsorbisch: Konowiza = „Ort, wo die Pferde weiden“
  • gegründet vermutlich im 7. Jh. von sorbischen Siedlern
  • Ort entwickelte sich in nordwestlicher Richtung zum Pleißenauenrand bis zur Vereinigung mit der dort befindlichen sorbischen Siedlung Döbschütz (später Ober- und Unterdorf)
  • langgezogenes Sackgassendorf / Gassendorf; gewannähnliche Block- u. Streifenflur
  • ab dem 11. Jh. deutsche Siedler > im Oberdorf entstand ein Rittergut (um 1100 Ritter von Kunawitz)
  • zwischen 1200 und 1250 legten die Dörfer Dölitz, Lößnig und Connewitz gemeinsam den Dölitz-Connewitzer Mühlgraben beziehungsweise die Mühlpleiße an

Doluz/Dolizc (Dölitz)

s Leipzig

  • sorbische Besiedlung der Dölitzer Flur begann im 8. Jahrhundert
  • ab 11. Jh. von den deutschen Siedlern entweder verdrängt oder in einem langen Prozess assimiliert > 1327 war Sorbisch neben Deutsch noch Gerichtssprache
  • zwischen 1200 und 1250 legten die Dörfer Dölitz, Lößnig und Connewitz gemeinsam den Dölitz-Connewitzer Mühlgraben beziehungsweise die Mühlpleiße an
  • hatte nie eine eigene Kirche
  • Gut Dolizc, wahrscheinlich eine Wasserburg (1348 im Lehnsbuch der Meißnischen Markgrafen erstmals erwähnt)
  • Gassendorf; Gutsblockflur mit gewannähnlichen Streifen

Dosene (Dösen)

s Leipzig

  • enstanden aus einem sorbischen Rundplatzdorf
  • im Zuge der deutschen Ostexpansion ab Mitte des 12. Jahrhunderts übernahmen die deutschen Siedler die Ortsform und erweiterten sie
  • 1305 gehörte der Ort einem Walter von Torgau. Danach werden Heinrich von Pflug und sein Sohn Otto als Besitzer genannt. Nachdem Letzterer das Vorwerk Dösen aufgelassen hatte, übernahm 1386 der Rat der Stadt Leipzig dessen Verwaltung für das Johannishospital als neuem Besitzer, verkaufte es aber schon im folgenden Jahr.

Leznicz (Lößnig)

s Leipzig

  • vermutlich Ende des 7. oder zu Beginn des 8. Jahrhunderts von Sorben am Ufer der Pleiße gegründet
  • Wasserburg (Burgward)
  • 1168 wird in einer Urkunde des Hochstiftes Merseburg ein „Fredericus de Lesnic“ genannt
  • deutsche und flämische Bauern, welche sich zwischen dem sorbischen Dorf und der Burgwartei niederließen (11./12. Jh.)
  • keine geschlossene Dorfstruktur
  • zwischen 1200 und 1250 legten die Dörfer Dölitz, Lößnig und Connewitz gemeinsam den Dölitz-Connewitzer Mühlgraben beziehungsweise die Mühlpleiße an

Godiswicz (Gaschwitz)

s Leipzig

  • vermutlich im ausgehenden 6. Jahrhundert eine Siedlung durch westslawische Sorben
  • nach 950 kommt es zur Einwanderung von Angehörigen elbgermanischer Stämme sowie später von Thüringer, Franken und Flamen
  • 1390 wird Reinhold von Gaschwitz als Lehnsherr einer Wasserburg Gaschwitz genannt
  • eine Kirche ist in Gaschwitz nicht errichtet worden

Kutez (Gautzsch)

s Leipzig

  • 961 erstmals erwähnt, vermutlich altsorbischen Ursprungs
  • Gassengruppendorf; teilweise gewannähnliche Block- u. Streifenflur
  • eigene Kirche
  • 1216: Herrensitz (Wasserburg)

Schochere (Kleinzschocher)

sw Leipzig

  • entstand im 11. Jahrhundert als slawisches Gassendorf > Zschocher altslaw. "Zypergras"
  • Ausgangspunkt möglicherweise ein Hügel, der als Kultstätte gedient hat (sog. Tanzberg)
  • 1287: bestand aus einem südlich der Kirche gelegenen Oberdorf mit Hirtenviertel und einem nördlich gelegenen Unterdorf mit Häuslerviertel und Bauerngütern
  • Familie Hayn wurde 1350 als erster Besitzer des Rittergutes urkundlich erwähnt

Wintdorf (Windorf)

sw Leipzig

  • im 12. Jahrhundert gegründet
  • gehörte im 13. Jahrhundert den Rittern von Karras > gelangte 1361 in den Besitz der Ritter (von) Pflugk
  • Gassendorf; gewannähnliche Streifenflur mit Gutsblöcken

Hagin/Hain (Knauthain)

sw Leipzig

  • ursprünglich nach Walradus de Hayn schlicht als Hayn bezeichnet
  • 1174 erste urkundliche Erwähnung des Ortes unter dem Namen „Hagen“ (dt. Rodungsgebiet)
  • als Nachfolger der Familie v. Hayn sind die Ritter Knuth (Knaut, Knauth, Knutonen) von 1298 bis 1349 in Hain nachweisbar > Rittergut Knauthain
  • 1349 vertrieb der Bischof von Merseburg die Ritter Knuth aus Hain und die Pflugks übernahmen die Herrschaft
  • Gassengruppendorf mit Sackgassenteilen; Gutsblock- u. Block- u. Streifenflur

Cleberg (Knautkleeberg)

sw Leipzig

  • 1190: Herrensitz > gehört später zum Rittergut Knauthain
  • Gassendorf mit Sackgassenteilen; Gewannflur

Nuendorf (Knautnaundorf)

sw Leipzig

  • Andreas-Kapelle ist eine der ältesten Kirchen in Sachsen - ihre Ursprünge liegen im 11. Jahrhundert > der massige runde Turm mit dem oktogonalen Aufsatz geht auf eine Rundkapelle aus der Zeit von Wiprecht von Groitzsch zurück; die Rundkapelle war ursprünglich der Sakralbau eines befestigten Hofes
  • Ortschaft auf dem linken, hochwasserfreien Ufer der Weißen Elster
  • Gassendorf; Gewannflur mit Gutsblockteil

Hartmannsdorf

sw Leipzig

  • Hartmannsdorf entstand im Zuge der Deutschen Ostsiedlung im 10./11. Jahrhundert, wobei vermutlich ein Lokator Hartmann beteiligt war
  • 1477 wurden die Pflugks auf Knauthain vom merseburgischen Bischof Thilo mit Hartmannsdorf belehnt > blieb Hartmannsdorf fortan in der Grundherrschaft des (Ritter-)Gutes Knauthain
  • Platzdorf; Gewannflur
  • es entstanden hier keine Kirche, Friedhof, Schule

Itra (Eythra)

s Leipzig

  • alte slawische Siedlung
  • zum ersten Mal 976 als Itera urkundlich erwähnt > Kaiser Otto II. hatte das Dorf dem Bischof Giselher von Merseburg geschenkt, jedoch hatte es zwischenzeitlich Markgraf Thietmar an sich gerissen, sodass nun sein Sohn Otto II. es dem Bischof wieder zurückgab
  • Gassengruppendorf; teilweise gewannähnliche Block- u. Streifenflur
  • die Kirche Eythra scheint in der ältesten Zeit nur eine Kapelle gewesen zu sein, in der der Pfarrer zu Bösdorf zuweilen amtierte
  • sichelförmige Anlage um den Gemeindeteich ist sorbischen Ursprungs

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Lusene (Lausen)

w Leipzig

  • von slawischen Siedlern als Runddorf am Ostufer des Zschampert angelegt
  • Runddorf mit Gassendorfausbau; Gewannflur
  • Landesherr war seit dem 13. Jahrhundert der Bischof von Merseburg (bis 1562)

Miletiz/minor Miltiz (Miltitz)

w Leipzig

  • Großmilitz: wurde als Gassendorf mit Sackgassenteil am Ost-Ufer des Zschampert angelegt (12./13. Jh. ?)
  • auf dem gegenüber liegenden Ufer befand sich in direkter Nachbarschaft das erweiterte Sackgassendorf Kleinmiltitz (altslawische Siedlung)
  • 1215 erwähnt eine Urkunde die Schenkung von Land in »Miltitz« an das Kloster Altzelle - gemeint ist hier Kleinmiltitz
  • 1285 wird Großmiltitz erstmals urkundlich erwähnt, als der Markgraf von Landsberg Friedrich (»der Stammler«, 1269-1291) mit dem gesamten Gerichtsstuhl Markranstädt auch die Gerichtsbarkeit über »Miltitz« an das Bistum Merseburg verkauft

Rigmarsdorff (Rückmarsdorf)

w Leipzig

  • von slawischen Siedlern als Runddorf am Ostufer des Zschampert angelegt
  • zum Platzdorf erweitertes Sackgassendorf; gewannähnliche Streifenflur
  • im Jahre 1285 erstmals urkundlich erwähnt, als der Markgraf von Landsberg Friedrich („der Stammler“, 1269–1291) mit dem gesamten Gerichtsstuhl Markranstädt auch die Gerichtsbarkeit über Ricmarsdorph an das Bistum Merseburg verkaufte > Rückmarsdorf gehörte als sogenanntes Abteidorf bis zur Reformation zur Grundherrschaft des Petersklosters in Merseburg

Beliz (Böhlitz)

w Leipzig

  • früheste bekannte Erwähnung in einer Urkunde des Peter-Paul-Klosters zu Merseburg aus dem Jahre 1091 (diese Urkunde verlieh dem Abt des Klosters die Rechte über Beliz, Gunthorp und Zscherneddel)
  • Sackgassendorf; Gewannflur

Guntorph (Gundorf)

w Leipzig

  • erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 974 > Gegenstand einer Schenkung Ottos II. an den Merseburger Bischof Giselher von Magdeburg
  • Kirche im 12. Jh. aus Bruchsteinen und Mörtel erbaut
  • 1269 erhielt das Petri-Kloster in Merseburg das Recht zur Erhebung von Abgaben und die Gerichtsbarkeit übertragen

Luszh (Leutzsch)

w Leipzig

  • ursprünglich slawische Siedlung (?)
  • 1285 erstmals erwähnt
  • 1295 Herrensitz
  • Gassendorf; gewannähnliche Block- u. Streifenflur

Vuarim/Warin (Wahren)

w Leipzig

  • altslawische Kultstätte, an deren Stelle im 11. Jahrhundert eine erste Kapelle und im 12. Jahrhundert eine steinerne Kirche errichtet wurde
  • stammt von dem altsorbischen Wort wariti ab, das mit „kochend, siedend, sprudeln, quellend“ übersetzt werden kann
  • Platzdorf mit Sackgassenteil; gewannähnliche Streifenflur mit Gutsblöcken
  • erstmals 1004 urkundlich erwähnt
  • Rittergut
  • im Besitz der Bischöfe von Merseburg

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Größere Nachbarorte

Tuch (Taucha)

ö Leipzig

  • 974 erste urkundliche Erwähnung als "urbs Cothug" in der Chronik des Thietmar von Merseburg als Geschenk des Kaisers Otto II. an das Bistum Merseburg
  • slawische Burganlage
  • 1170 Stadtrecht durch den Erzbischof Wichmann von Magdeburg
  • 1220/21 lässt Erzbischof Albert von Magdeburg für die Stadt eine Stadtkirche, ein festes Schloss und eine Stadtmauer bauen
  • 1282 belagert Dietrich von Landsberg, Markgraf von Meißen, Stadt und Schloss Taucha und zerstört das Schloss

Zwencowe (Zwenkau)

s Leipzig

  • als slawische Siedlung wurde die Stadt 974 erstmals urkundlich erwähnt > Kaiser Otto II. übertrug die Stadt damals dem Bistum Merseburg
  • 1195 Marktort
  • Spitznamen „Mausezwenke“: möglicherweise aufgrund des Wettbewerbs zwischen Zwenkau und Leipzig um das Markt- und Messerecht > Händler, die aus dem Süden nach Leipzig zum Markt wollten, mussten in Zwenkau einen Strafzoll entrichten, der von den Leipzigern und den Händlern als Mausen (= Stehlen) bezeichnet wurde

Scudici/Scudiz (Schkeuditz)

nw Leipzig

  • 981 erstmals als Pfarrkirche im Bistum Merseburg urkundlich erwähnt
  • 981 urbs, 1091 burgwardum
  • 1271 wurde Schkeuditz vom Markgrafen von Landsberg an das Bistum Merseburg verkauft, welches dem Ort 1436 auch die Stadtrechte verliehen hat



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Gründungen nach 1190/1200

Gründungen, die wahrscheinlich erst nach 1200 erfolgten

Unmittelbare Nachbarschaft

Volcwartisdorf (Volkmarsdorf)

ö Leipzig

  • erstmals 1270 urkundlich erwähnt
  • gehörte zu den sogenannten Kohlgärten / Kohldörfern (= den Dörfern östlich von Leipzig, die von großer Bedeutung für die Lebensmittelversorgung der Stadt waren, wie auch Anger und Crottendorf)
  • Gutssiedlung mit Häuslerzeilen; Gutsblockflur

Schonenuelt (Schönefeld)

ö Leipzig

  • 1270 wurde das markgräfliche Dorf erstmals unter dem Namen Schonenuelt erwähnt
  • 1307 bis zur Reformation gehörte das Dorf dem Augustiner-Chorherrenstift St. Thomas in Leipzig

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In größerem Umkreis

Quazniz (Quasnitz)

nw Leipzig

  • 1271 erstmals erwähnt (?)
  • Gassendorf; Block- u. gewannähnliche Streifenflur

Mokeren (Möckern)

nw Leipzig

  • Doppelsackgassendorf; Gewannflur

Lindenthal

nw Leipzig

  • erste Erwähnung 1350, im 14. Jahrhundert ist eine erste Kirche belegt
  • Straßenangerdorf; Gewannflur

Breitenfeld

n Leipzig

  • 1271 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt, als Markgraf Dietrich von Landsberg das Gut Breitenfeld dem Stift Merseburg übereignet. Zum Gut gehören außer Breitenfeld auch Wiederitzsch und Lindenthal

Naundorf (Abtnaundorf)

nö Leipzig

  • altes Dorf mit Gut, das im 13. Jahrhundert an das Peterskloster Merseburg kam und so das „Abt“ im Namen erhielt
  • Kloster verpachtete das Gut mehrfach
  • 1263: Wognaundorff bey Schenfeld
  • Gutssiedlung; Gutsblockflur

Mitisdorf (Meusdorf)

sö Leipzig

  • Einzelgut; Gutsblockflur
  • 1245 erstmals erwähnt
  • 1254 erwarb das Thomaskloster Leipzig den Ort
  • wahrscheinlich während der Hussiteneinfälle 1429 zerstört, denn es wird später mehrfach als wüst bezeichnet - lediglich einige Häuser der späteren Schäferei und eine Schenke überdauerten

Gossowe (Güldengossa)

sö Leipzig

  • 1285: Herrensitz des "Theodoricus de Ghzouuve"
  • 1350 wird ein Ritter Heinrich von Gossowe erwähnt
  • Platzdorf; Gewann- u. Gutsblockflur

Kozebude (Cospuden)

s Leipzig

  • an dem Flüsschen Batschke gelegene Siedlung
  • Gut, dessen Besitzer 1216 Heinricius de Kozebude wurde

Boisdorf (Bösdorf)

sw Leipzig

  • lag an der Weißen Elster und am Elstermühlgraben
  • 1277 erwähnt
  • sackgassenartiges Runddorf mit Sackgassen- u. Zeilendorfteil; Gewannflur
  • wurde durch Braunkohlentagebau überbaggert

Irrenberg (Ehrenberg)

w Leipzig

  • wohl eine Gründung deutscher Siedler
  • 1269 wurde die Vogtei über Guntdorf, Belic, Irrenberg und andere Orte vom Markgrafen Heinrich III. von Meißen dem Merseburger Bischof Friedrich überlassen
  • Sackgassendorf; Gewannflur

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Lage der Dörfer rund um Lipzk (Leipzig)

Die eingezeichneten Wege spiegeln nicht unbedingt die tatsächlichen Wege wider, sondern dienen nur der groben Orientierung.

Leipzig Umgebung.png

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