Solomon

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Allgemeines

Solomon
Name Solomon
Clan Malkavianer
Generation 10
Erzeuger Quixos
Ghule Michael
Status Neugeborener
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Solomon sieht aus wie ein ca. 35jähriger, ärmlich gekleideter Mönch, der die Welt um sich herum teils staunend, teils aber auch sehr kritisch mustert und beurteilt. In der kainitischen Gesellschaft gibt er sich gern etwas zurückhaltend, insbesondere da er neu in Leipzig ist und nur wenige andere Kainiten kennt. Zudem scheint die kainitische Gesellschaft ihm gegenüber oftmals misstrauisch und diskriminierend aufzutreten, was er für den Moment hinnimmt.

In der menschlichen Gesellschaft geht Solomon in seiner Rolle als Mönch vollkommen auf. Er kritisiert den Reichtum einiger Weniger gegenüber der bitteren Armut von vielen. Auf dem Weg des Himmels wandelnd sucht er nicht nach Erlösung für sich selbst sondern will anderen helfen. Durch Sammlung von Spenden, Speisung der Armen und Heilen der Kranken versucht er, das soziale Unrecht zu bekämpfen und das Leid zu mindern. Aus seiner Sicht gibt es nur diesen einen Weg.


Die Kindheit

Nur schwache und blasse Erinnerungen sind ihm von seinen frühen Tagen geblieben. Seines Wissens nach war er ein Einzelkind. Seine Eltern waren aus einem südlichen Land nach Deutschland gekommen, um sich hier ein neues Leben aufzubauen. Die Familie lebte in einfachen Verhältnissen. Seine Mutter war eine ernste und traurige Frau, die schon wenige Jahre nach seiner Geburt von einer Krankheit daringerafft wurde. Der Vater war ein verbitterter Mann, der Solomon gegenüber stets distanziert und unfreundlich auftrat. Er gab sich dem Wein hin und beschuldigte seinen Sohn immer wieder, Schuld am Unglück der Familie zu sein. Solomon verstand nie, warum sein Vater ihn so sehr hasste. Er nahm es als Erleichterung hin, als sein Vater ihn schließlich zu einem Kloster brachte und dem Abt überließ. Alles erschien dem Zehnjährigen besser als bei seinem Vater zu bleiben. Als Solomon kurz danach von dessen Tod erfuhr, spürte er kein Gefühl der Trauer.


Die Jugend

Das einfache Leben der Mönche bestimmte seinen Alltag. Zunächst wurden ihm nur einfache Arbeiten anvertraut, doch sein aufgeweckter Geist gefiel dem Abt. Schon mit 12 Jahren durfte er daher Lesen und Schreiben erlernen. Mit 13 begann er, die griechische und lateinische Sprache zu erlernen. Mit 15 kopierte er Bücher und verfasste erste Schriftstücke. Seine Entwicklung gefiel dem Abt, wie auch dessem Herrn. Denn trotz der dicken Mauern wurde Solomon immer wieder von Ängsten und Ahnungen heimgesucht. Schatten seiner Vergangenheit und dunkle Träume kamen immer wieder auf, zunächst sporadisch in finsteren Alpträumen, später jedoch häufiger und auch tagsüber.


Der Wandel

Als Erwachsener wurde Solomon von dem Abt zum Sekretär gemacht. Er lernte wie man Gebete und Messen zelebrierte und welchen Hort des Wissens in kirchlicher Einrichtungen bewahrt wurde. Ebenso lernte er Freunde des Abtes kennen. Großbauern, niederer Landadel, der ein oder andere Geistliche. Und Meister Quixos, einen alten Mann von undefinierbarer Ausstrahlung, der immer wieder im Kloster einkehrte, wie ein wichtiger Gast empfangen wurde und über unheimliches Wissen in diversen Richtungen zu verfügen schien. Solomon war fasziniert von diesem Meister des Wissens, der Nacht für Nacht im Schein zahlreicher Kerzen faszinierende Geschichten und Anekdoten zu erzählen wusste. Er fühlte sich dem alten Mann verbunden, ohne zu wissen, wieso. Und bemerkte nicht, wie er sich Quixos mehr und mehr öffnete, von sich selbst erzählte und seine Ängste offenbahrte. Ängste, die sich in der Folgezeit immer öfter zeigten und ihn mehr und mehr verunsicherten. Es war kurz vor seinem 30. Geburtstag als Solomon eine Veränderung an sich bemerkte. Seine Ängste steigerten sich stärker als zuvor. Immer wieder sah er Bilder, die nicht dasein konnten. Schatten die sich krümmten. Dinge, die sich selbstständig und unerwartet bewegten. Immer wieder floh er schreiend in die Tiefen des Kellers, hämmerte sich die Faust blutig an der uralten Holztür, bis sie sich öffnete. Und ein freundlich lächelnder Quixos ihn einließ, um bis zum Morgengrauen mit ihm zu reden.


Der Kuss

Solomon bemerkte nicht, wie sehr er sich in einer Spirale aus Angst und Wahnsinn abwärts bewegte. Nur selten noch fand er den Frieden, sprach stundenlang mit fest zusammengepressten Augen Gebete vor sich her. Nichts half. Wohin er auch sah, offenbarten sich Dinge, die scheinbar kein anderer Bruder sehen konnte. Sehen wollte. 5 Jahre hielt er das Martyrium aus, ständig am Rand seiner Belastbarkeit entlangbalancierend. Dann jedoch, in einer sturmtosenden Neumondsmacht, eskalierte seine Wahrnehmung. Hoch oben auf den Mauern sah er auf die Landschaft hinab. Ruhig und friedlich in der Dunkelheit, bei jedem Blitz jedoch apokalyptisch und verzerrt. Lange betrachtete er das, was nicht sein konnte, während seine Seele tief in ihm vor Kälte gefrohr. Als er es nichtmehr ertragen konnte, stieß er einen Schrei voll tiefer Qual aus, schloß die Augen und stürzte sich nach vorne. Hinein in den erlösenden Tod. Hinein... in die starken Hände von Quixos, der ihn auffing. "Endlich! Schließ deine Augen. Ich gebe dir Frieden." Zitternd folgte Solomon den Anweisungen und ließ sich vollkommen fallen. Er wollte weg vom Leben, weg vom Menschsein. Und Quixos half ihm...


Das Erwachen

"Wach auf wach auf, wo immer du bist" Der Singsang, von gelegendlichem Kichern begleitet, war das erste, was Solomon wahrnahm. Verwirrt öffnete er die Augen. Sein Körper fühlte sich seltsam an. Matt. Träge. Unbeholfen. Vielleicht lag es ja an dem Sturz von der Mauer. Vielleicht aber auch an den Fesseln, mit denen er am Stuhl festgebunden war. "Du hast mich lange warten lassen, bis du bereit warst. Ich war fast enttäuscht... Willkommen in deiner neuen Existenz. Ich hoffe, sie gefällt dir. Du wirst merken, wieviel besser sie ist. Du bist stärker. Kräftiger. Deine Sinne sind viel schärfer." Solomon spürte, wie Quixos näherkam, sich vorbeugte und mit der Hand Solomons Kopf nach oben drückte. Die Augen des alten Mannes funkelten hell, während er sein Kind prüfend musterte. "Natürlich stehst du erst am Beginn deiner Ausbildung. Ich werde dich lehren, wie du weiterexistieren kannst. Du wirst viel lernen. Die staubigen Traditionen der Kainiten. Die inhaltsleeren Konflikte der Clans. Vor allem jedoch die Blindheit der anderen, die nicht so sind wie wir beide. Doch vorher werde ich dich prüfen. Sieh genau hin, mein Kind, und erfülle mich mit Stolz." Mit einem breiten Lächeln trat Quixos einige Schritte zurück und griff nach einem Tuch, das ein großes Objekt verdeckte. Solomon zerrte entsetzt an seinen Fesseln, doch sie gaben nicht nach. Seine Augen weiteten sich, als das Tuch mit einem Ruck verschwand und er direkt ins Antlitz seiner größten Angst hineinsah. Stundenlang war sein hysterischer Schrei zu hören, bevor er völlig das Bewusstsein verlor. Während sein gefesselter Körper vorne übersackte, trat Quixos näher, streichelte seine Wange und beugte sich vor, um ihm ins Ohr zu flüstern: "Diese Nacht ist vorbei, aber es werden noch unzählige weitere Folgen. Schlaf nur, mein Kind, wir haben noch genug Zeit. Und der Weg ist noch lang."


Die Ausbildung

Die folgenden Jahre waren angefüllt mit endlosen Nächten des Lernens, des Staunens und der Angst. Quixos erwies sich als unerbittlicher Lehrmeister, der harte Lektionen erteilte, Erfolge belohnte, Mißerfolge jedoch gnadenlos bestrafte. Immer wieder muste Solomon sich testen lassen. Er erfuhr von der kainitischen Gesellschaft, die die nächtliche Welt beherrschte. Welche Clans es in Europa gab und wie diese sich verhielten. Welche Traditionen es gab und wie man sie beachten sollte. Wie man als Kainit überlebte.
Er lernte schnell, das Quixos einen Groll gegen manche Clans zu hegen schien, andere verabscheute und nur die wenigsten achtete. Ebenso lernte Solomon, seine Sinne zu entwickeln und wirklich zu sehen. Zuviele Kainiten durchstreiften blind die Nacht, einzig die Malkavianer konnten wirklich sehen, wie Quixos nicht müde wurde ihn zu lehren. Solomon musste sich immer wieder seinen Ängsten stellen, Wissen und Stärke beweisen und sich selbst überwinden. Mehr als nur einmal verfiel er dabei in Raserei, erlag dem Tier oder geriet so sehr in Panik, das er ganze Nächte verdrängte und vergaß. Und mit jedem Jahrzehnt wurde die Ausbildung intensiver und schneller. Ganz so als wüsste Quixos, das er nichtmehr soviel Zeit hätte.


Der Ghul

Es war im 50. Jahr nach dem Kuss, als Quixos häufiger als sonst auf Reisen aufbrach und die Ausbildung dadurch plötzlich leichter wurde. Solomon erhielt immer wieder den Auftrag, über das Kloster zu wachen und die Domäne seines Herrn zu verwaltet bis zu dessen Wiederkehr. Zu Anfang erwies sich dies als große Herrausforderung, doch als er die Erlaubnis erhielt, alle Maßnahmen zu ergreifen, sah er darin einen letzten Test. Da Quixos mit dem Abt zu einer größeren Reise aufbrach, konzentrierte Solomon sich auf die Klosterhierarchie und traf eine Entscheidung. Mehrere Abende lang unterhielt er sich mit dem Prior und machte sich ein Bild über dessen Fähigkeiten. Erst, als er sich vollkommen sicher war, ghulte er ihn und sicherte sich somit die vollkommene Kontr0lle über das Kloster.
Quixos war ausser sich, als er nach seiner Rückkehr die Veränderung bemerkte. Wutentbrannt stellte er Solomon im Keller des Klosters zur Rede, zerfetzte dessen Argumente in der Luft und brüllte, bis Solomon nur noch zitternt vor ihm kniete. Dann... lachte er schallend und sagte nur einen Satz. "Du hättest nicht solange zögern sollen, schon die erste Nacht wäre die richtige gewesen."


Gefolgsleute

Solomon ist oft anzutreffen in Anwesenheit dreier anderer Mönche, die ebenfalls seinem Kloster entstammen. Diese sind Bruder Michael, Bruder Lars sowie Bruder Julian. Michael ist sein Ghul und tritt nach aussen hin als Anführer der kleinen Gruppe auf. Er hat die Funktion eines Priors inne. Julian war der Cellerar des Klosters, Lars dagegen ein begnadetes Mitglied der Schreibstube.


Zitate

-"Unter den Blinden ist ein Malkavianer zweiäugig"

-"Blut ist dicker als Wasser. Und schmeckt um einiges besser"

-"Einen alten Baum verpflanzt man nicht, fällen und verbrennen reicht vollkommen aus"

-"Gottes Wege sind lang, holprig und schlecht beleuchtet"


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